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Hans-Jürgen Lang: Philosophischer Taoismus und Individualpsychologie So meine ich, dass der von den Taoisten geprägte Begriff des „Wu Wei“ sozusagen die „positive“ Fassung des von Adler beschriebenen „Strebens nach einer Fiktion“ ist. Mit der Thematisierung des „Strebens“ stellt Adler eine Grundfrage: Worum geht es einem Menschen tatsächlich, und was ist im Leben wirklich wichtig? Ebenso, wie die Taoisten für die Anerkennung und Reintegration gegensätzlicher Tendenzen plädieren, so führt auch aus psychoanalytisch-individualpsychologischer Perspektive der Weg zu einem gesünderen Leben nicht zu einer Abwehr der jeweiligen Gegenpole, sondern zu einer bewussten Auseinandersetzung mit ihnen. Am deutlichsten kommt die völlige Infragestellung der gewohnten Wahrnehmungsweisen bzw. von der Individualpsychologie beschriebenen „Meinungen“ und die Umwertung dessen, was wirklich und was nicht wirklich sein könnte, vielleicht in dem berühmten Schmetterlingstraum des Dschuang Dse zum Ausdruck. |