Hellgardt
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Hermann Hellgardt: Ansätze zur transpersonalen Psychologie und Therapie in der Individualpsychologie

"Die sog. Realität ist, wenn man Adlers Ansatz folgt und ihn weiter auslegt, im uralten Wissen Maya, im modernen Bewusstsein dem Konstrukt eines pragmatischen Konstruktivismus vergleichbar. Sie ist nur fiktiv, - eine mehr oder weniger pragmatisch sinnvolle und notwendige 'Philosophie des Als-ob', und nur von vorübergehender und relativer Bedeutung."

"In-Dividual-Psychologie:
Wo unverstanden ichgebundenes oder neurotisch ichhaftes irrendes Dividuum war, soll transzendental-selbstbewusstes In-Dividuum und Verstehen aufgrund eines Fühlens mit der Gesamtheit sub specie aeternitatis werden: in-dividuelles - also differenziert ganzheitliches - kosmisches Ich-Selbstbewusstsein, das dem integralen a-dvaita­bewusst-Sein im uralten Wissen der Upanishaden entspricht: Atman und Brahman sind eins."

"In diesem Einigsein mit dem All sind präpersonales (magisch-mythisches) und personales (ich- und common-sense-Bewusstsein) und in transpersonalem (ich-entbundenem, ichfreiem) Bewusstsein in-dividuell differenziert und integriert. Unter Ichfreiheit in transpersonalem Selbstbewusstsein ist hier, mit Jean Gebser, also keineswegs Ichlosigkeit zu verstehen, sondern die schöpferische Freiheit des Individuums, Befreiung von Ichhaftigkeit zu realistischer und transzendentaler Differenzierung der Ichgebundenheit."

"Bedauerlicherweise hat Adler, der sog. "späte" Adler, seinen evolutionären Entwurf einer transzendentalen Tiefenpsychologie nur relativ grob skizziert. Er wird daher bis heute von vielen häufig missverstanden. Die hier vorgelegte Studie versucht, diesem Missverständnis durch weiterführende Interpretation und Verbindung seines Ansatzes mit der inzwischen entwickelten transpersonalen Psychologie zu begegnen."